Hechte flach verführt

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Einer der beliebtesten Fischarten beim Angeln, stellt der Hecht dar, welcher meist pfeilschnell seine Beute attackiert und anschließend einen eindrucksvollen Drill liefert. Als ich kürzlich mit Freunden zum Watangeln aufbrach, um die Fahrrinne und Kanten zu befischen, ist mir etwas ziemlich spannendes aufgefallen. Auf dem Weg zur Kante bewegten wir uns durch hunderte Meter knietiefes, verkrautetes Wasser und plötzlich kreuzten unzählige Hechte jedweder Größe unseren Weg. Ich wurde nur gefragt: „Lennart, kann das sein, dass ein Großteil der Hechte im seichten Wasser steht?“

Meine Antwort auf diese Frage war nach kurzemIMG_0698 Innehalten relativ simpel, „ja“, bietet doch das Kraut nicht nur Schutz, sondern den Hechten auch den idealen Ausgangspunkt für eine erfolgreiche Jagd auf Weißfische, die zur Nahrungsaufnahme den dort beheimatete Bakterien und Kleinstlebewesen nachspüren. Und gerade im Mai stehen die Hechte oftmals gern noch sehr flach, sogar Fische bis über einen Meter, wenngleich nicht jedes Gewässer gleich gut geeignet ist. Die Boddengewässer, flache Kanäle und vor allem Seen mit ausgedehnten Flachwasserzonen bieten dabei die größten Erfolgschancen.

quantum throttle

Das Kraut stellt bei der Köderwahl natürlich ein großes Problem dar. Wer jetzt versucht mit Wobblern oder Blinkern zu fischen, die relativ tief laufen, wird Schwierigkeiten bekommen. Auch wer mit zu kurzen Ruten fischt ist nicht gut beraten. Jetzt ist die Zeit der Gummifische am leichten Jigkopf gekommen. 10 bis 20cm Gummis an Bleiköpfen um die 5 Gramm oder gar ohne Gewicht sind hierbei optimal. Aber lässt sich das Gerücht „Große Köder, große Fische“ auch auf die Flachwasserangelei übertragen? – Teilweise. Natürlich kann man mit sogenannten „Big Baits“ die Kleinen ausselektieren, jedoch muss man sich gerade bei den flach stehenden Hechten stark an der Beute orientieren. Im Frühjahr sieht man die Hechte manchmal sogar Stichlinge fressen und allgemein nur relativ kleine Beutefische. Dementsprechend sollte IMG_0696man seine Köder auch anpassen: In den letzten Flachwassertouren haben wir viel mit den Quantum „Battle“ und ,,Rassel Shads“, sowie den ,,Salty Shat’r“ gefangen. Montiert waren diese an einem 8 Gramm Kopf, um weit werfen zu Können und diese ziemlich schnell mit aggressiven Jigbewegungen durch die flachen Bereiche zu Führen. Durch die aggressive Führung fallen die Bisse auch demzufolge sehr kräftig aus und es beginnt ein spannender Kampf mit vielen Fluchten und Sprüngen.

 

 

Die Farben sollte man ebenfalls von den Futterfischen abhängig IMG_0774machen. Beispielsweise sind die Flachwasserräuber in meinem Hausgewässer meist hinter kleineren Barschen hinterher, weshalb ich sehr auf Grüntöne setze, in den Boddengewässern hingegen sind sie doch sehr auf Heringe fixiert, wobei blau-weiß immer eine sichere Bank ist. Weißfisch-Imitate funktionieren in allen Gewässern fast immer.

 

IMG_0737Falls die Fische einmal ziemlich träge sein sollten, kann man auch einige Reize einsetzen: Punkt eins ist eine sehr schnelle und aggressive Führung mit Jigbewegungen, die den Fischen nicht viel Zeit zum Überlegen gibt, ob sie zupacken sollen oder besser nicht. Punkt zwei ist der Druck Unterwasser: Die Fische nehmen viel über ihr Seitenlinienorgan wahr und Gummifische mit großen Paddelschwänzen reizen die Hechte zusätzlich. Punkt drei, einer meiner persönlichen Lieblingsmethode, ist das Bestücken eines Gummifisches mit einer Rassel im Schwanzende. Dabei muss man allerdings vorsichtig sein, da nicht jeder Gummifisch für eine Glasrassel geeignet ist! Einige Gummis sind auch schon mit einer Rassel vorgefertigt, wie zum Beispiel der ,,Rasselshad“ aus dem Hause Quantum.

 

IMG_0634Die flachen Bereiche lassen sich wunderbar mit der Wathose abfischen. Jedoch besteht auch die Möglichkeit mit einem kleineren Boot in diese Bereiche zu fahren. Hierbei sollte man jedoch vorsichtig sein, da auch große Steine oder Unebenheiten im Boden zu Unfällen führen können und der Angelausflug schnell in einem Desaster endet. Beim Watangeln sollte die Sicherheit ebenfalls im Fokus stehen. Einige Gewässer haben Löcher oder steile Kanten. Es empfiehlt sich, die Füße über den Grund zu schieben um somit den Boden zu scannen. Das Thema „Boden“ spielt hierbei auch beim Abfischen eine wesentliche Rolle. Die meisten Zonen sind sandig und steinig durchzogen, wobei ihr in diesen kaum Raubfische finden werdet, da die pfeilschnellen Jäger Deckung, wie große Krautfelder benötigen, um sich optimal tarnen zu können. Dies ist auch der Grund dafür, warum ihr viele Hechte an den Kanten findet. Wenn ich zum Beispiel mit dem Belly Boot in meinem Hausgewässer rausfahre, paddle ich zunächst über hunderte Meter Sandboden und sobald ich über die Kante fahre dominiert ein Pflanzendschungel den Untergrund. Diese Dschungel finden wir allerdings auch im Flachwasser, meistens sogar auf einer sehr großen Fläche. Bei Auffindung dieser Krautgebiete lassen die meisten Angler diese Areale links liegen, da sie keine Fische sehen und sich mit dem Kraut plagen. Jetzt beginnen die Sternstunden der flach verführten Räuber.

In diesem Fall heißt es nur: „Werfen, werfen und werfen!“ Also Fläche machen und die Fische suchen, da ein Hecht meist ein bestimmtes Areal zur Nahrungsaufnahme besitzt. In diesem Sinne, Petri Heil und tight lines!

Euer Lenni

 

 

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