Wie du „Ostseeleos“ im Flachwasser verführst

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„Was sagst du? Wie wäre es mit 17:30?“
„Hmm… es wird ja schon so früh dunkel… Wollen wir nicht lieber etwas früher starten und den Nachmittag nutzen?“

Alles klar. Der Plan stand: Um 14:30 Uhr geht es mit dem Aluboot auf die Ostsee! Jedoch nicht um typischerweise ein paar „Dickdorsche“ aus 12 Meter Tiefe hochzuholen, nein, wir wollten unser Glück auf das Silber der Ostsee ausprobieren.

Am Wasser angekommen wurde mir aber schnell klar, dass es bei solchen Bedingungen nicht bei ein paar Meerforellen bleiben sollte… Nein, es sollte gaaaanz anders kommen als erwartet. Das Wetter war vorbildlich norddeutsch und die Nebelfronten brachen über uns hinein. Graues, ödes Schmuddelwetter war angesagt, bei dem sich wohl jeder „Nicht-Angler“ (nobody’s perfect *hust) ins Wohnzimmer verkrochen hätte. Wir im Gegenteil konnten uns das Grinsen kaum aus dem Gesicht wischen, denn wir wussten ganz genau was dieses „schlechte“ Wetter bedeutete.

 

Wenn der Tag zur Nacht wird

 

Besonders jetzt im Herbst können wir Angler von dem scheinbar schlechten Wetter und sinkenden Temperaturen durchaus profitieren. Denn zusätzlich zur jährlichen Zeitverschiebung, die es noch früher dunkel werden lässt, ist es nun durchaus möglich all seine Ostsee-Lieblinge zu noch recht lebhaften Uhrzeiten zu überlisten. Besonders wenn das Wetter sehr grau und schmuddelig ist, steigen die Chancen einen wunderschönen Beifang, wie z.B. einen Dorsch oder Köhler, beim Meerforellenfischen zu ergattern.

Dorsch Drill

Es ging also ab aufs Wasser und gerade mal nach wenigen Metern Fahrt wurde der Anker zu Wasser gelassen. Schließlich wollten wir ja nicht in tiefen Löchern Dorsche jiggen, sondern viel mehr in Strandnähe ein paar Räuber überlisten. Nach den ersten Würfen mit einem Sbirolino in Kombination mit einem kleinen Gummifisch (was sonst?) hörte ich nur das allzu bekannte: „JOO, FISCH!“

Und wieder wurde ich von meiner eigenen Angelphilosophie überzeugt. Denn selbst mich reizt es ab und an einmal eine aufwendigere Montage, wie die einer Sbirolino-Montage, zu montieren, nur um auch meine geliebten Micro-Shads fischen zu können. Naja, „Wer fängt hat Recht“ oder wie heißt es so schön? Neben mir stand mein Angelkollege und drillte den ersten Dorsch, gefangen auf einen spartanischen Blinker.

 

Tief ist NICHT immer besser

KüstendorschNa gut, dann wollen wir nun mal endlich spartanisch Fischen. Die Sbirolino Idee war witzig aber nun ist der Ernst des Angelns angesagt (als ob dieser je bei uns existieren würde…). Schnell montierte ich mein Eisen und feuerte es in Richtung Ufer.

Ganz genau, in Richtung Ufer ins Flache, ein Meter tiefe Wasser, denn besonders nun im Herbst jagen die Dorsche schon sehr verfrüht am Tag den kleinen Stichlingen in der Uferregion nach. Also, raus mit dem Teil, Fühlung aufnehmen, einkurbeln und ab und an einen kleinen Spinstop einlegen. Doch dieses mal kam es gar nicht mehr zum Spinstop! Kaum hatte ich die Fühlung aufgenommen zappelte es in der Rutenspitze und der Kampf im Flachwasser begann. Erneut wurden unsere Vermutungen und Spekulationen bestätigt und ein wunderschöner „Ostseeleo“ kam zum Vorschein, noch ganz verdutzt wo er denn hin sollte bei dem wenigen Wasser unter ihm.

 

Doch wo verstecken sich nun unsere Silberlinge?

 

„Was ist aus den Meerforellen geworden?“, fragten wir uns, denn in jedem weiteren Drill hofften wir auf die verzweifelten Flossenschläge an der Oberfläche… Nach einigen weiteren Dorschen und einer kleinen Ruhephase beobachtete ich die Spitze meines Nachbars, als genau in diesem Moment der Knüppel krumm gezogen wurde!

„Ohhh, das ist aber kein Dorsch!“ Unsere Gebete wurden erhört! Eine wenn auch kleine aber feine Meerforelle strampelte vor uns im Wasser und die erwarteten  Flossenschläge wurden im Akkord demonstriert… uuuund bewiesen ihre Wirkung. „Platsch““Da fliegt der Blinker“. Naja, bei so einer kleinen Schönheit ist diese Methode des Zurücksetztens wohl auch die Beste.

 

köhlerangeln

Nach einer weiteren vermeidlichen Meerforelle, die sich als flotter Köhler entpuppte, der mehrmals um unser Boot seine Runden drehte, hatten wir nun insgesamt drei Fischarten abgedeckt und waren mehr als zufrieden. Immer noch davon verblüfft all diese tollen Kämpfer und Räuber im nahezu hüft-tiefen Wasser zu überlisten, lies uns ein wenig aufschmunzeln…

„Also mit der Wathose wären wir ja eigentlich auch an unseren Fisch gekommen“ Aber nein, vom Boot zu Fischen ist in manchen Situationen schon um einiges angenehmer, besonders wenn die Fische mal nicht so gestapelt stehen. Dennoch hätten wir wohl mit der Wathose eher die Spartan-Fishing Philosophie ausgelebt… Naja vielleicht beim nächsten mal, bei dem ihr natürlich auch wieder mit dabei seid. In diesem Sinne wünsche ich euch viel Erfolg am Wasser und vergesst nie:

KEEP IT SIMPLE!

 

1 Kommentar

  1. Auf dem Boot ist man ja etwas lauter. Das scheint aber die Fische nicht allzu sehr zu erschrecken. Und ich finds auch entspannter vom Boot aus.
    Wathose hat natürlich auch was.

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